Rohkostsalat aus Karten, Radieschen und Tomaten

Eigentlich ist es ganz einfach. Unsere Ernährung ist dem Erhaltungstrieb unterworfen. Und unsere Lebensmittel haben den Zweck unsere biologische Funktionsfähigkeit zu unterstützen, ja, gar zu ermöglichen. Sie geben und Energie, liefern Funktions- und Schutzstoffe – übrigens für Körper, Geist und die Seele. Doch eines ist gewiss: das Altern wird uns nicht genommen werden. Und es ist der größte Risikofaktor in puncto Gesundheit.

Was hat dies nun mit Obst, Gemüse und wenig verarbeitete Vollkornlebensmitteln zu tun?

Nun ja, sie liefern schlichtweg auf die Menge der Energie und Volumen ihresselbst gerechnet verhältnismäßigeres mehr gesundheitserhaltende und zellschützende Substanzen, die unsere Lebensqualität erhalten, als stark verarbeitete Lebensmittel. V.a. Obst und Gemüse liefern neben Wasser, zellschützende Antioxidanzien, zellstressreduzierende Substanzen, Darmflora-unterstützende Substanzen und lebenserhaltende Funktionsstoffe unseres Stoffwechselsystems wie Vitamine und Mineralien. Sie liefern sogar Substanzen, die Viren und Bakterien zusetzen und der Entartung von Zellen (Krebsentstehung) entgegenwirken.

Ein wichtiger Effekt von Obst und Gemüse ist die Tatsache, dass sie, trotz der z.B. vermeintlichen Süße von Obst, ein sehr gutes Mikronährstoff-Energie-Verhältnis haben. Man nennt das auch Nährstoffdichte. Dies unterstützt uns Menschen auch, unser Körpergewicht zu regulieren. Eines der größten Herausforderungen der modernen Zeit. Hier kommt hinzu, dass Lebensmittel, die aus Vollkornkomponenten entstehen, sogar noch größere positive Effekte auf eine gesundes Gewicht und schlussendlich unsere Gesundheit haben. Eine Scheibe Vollkornbrot (mit ganzen und geschroteten Körnern) hat auf 100 g gerechnet einfach mehr Komponenten, welche die Gesundheit und die Sättigung unterstützen, als 100 g Weißbrot. Ich gebe zu: ein gut und traditionell hergestelltes Weißbrot schmeckt herrlich. Die Qualität für Gesundheit und Seele liegt aber darin, dass die Handwerkskunst und die Herkunft der Zutaten im Einklang stehen kann mit einer ausgewogenen

Einen wichtigen Punkt möchte ich hier besonders herausheben: Obst, Gemüse und Vollkornlebensmittel beeinflussen unsere Darmgesundheit, als Tor zu unserem bio-psychosozialen System, maßgeblich positiv. Deshalb gilt mein Tipp an dieser Stelle: as much you can eat – vor allem Gemüse, Vollkorn und dann Obst.

Diese Lebensmittel haben noch einen indirekten Effekt auf unsere Gesundheit. Es ist der ökologische Aspekt. Denn der ökologische Fußabdruck von pflanzlichen Lebensmitteln, optimalerweise so wenig verarbeitet wie möglich (z.B. als Ready-to-eat usw.) ist so günstig für unser gesamtes Ökosystem, dass die Effekte der Umwelt auf unsere Gesundheit damit beeinflusst werden. Sie binden ja das Kohlendioxid aus der Luft, um zu wachsen. Hinzu kommt das der saisonale Genuss uns auch mit Nährstoffen wie Vitamine und andere Pflanzenstoffe versorgt, die wir gerade brauchen. Z.B. die orangene Farbe als Augen- und Hautschutz in Frühkarotten mit zunehmender Lichtstärke im Frühling. Oder das Sauerkraut im Winter, das uns mit Vitamin B12 und Vitamin C, sowie wichtige Bakterien für einen gesunden Darm versorgen.

Hier möchte ich erwähnen, dass dann noch die Anbauweise und die naturschonende Produktion eine wesentliche Rolle spielen. D.h. weniger schadhafte Stoffe in der Luft und im Boden und weniger negative Auswirkungen auf die Artenvielfalt und die Ökosysteme (Boden, Wald, Wasser, Luft). Da ja bekanntlich alles auf unserer Welt im Kreislauf funktioniert, werden wir am Ende der Kette nicht wieder eingeholt von unserem eigenen, teils ungebremsten und leider nicht nachhaltigen Lebensmittelkonsum.

Neben dem biologischen und ökologischen Aspekt möchte ich noch den sozio-kulturellen Aspekt der Ernährung kurz anreißen. Es ist möglich sich mit pflanzlichen Lebensmitteln regional und saisonal zu ernähren. Dies stärkt die regionale Landwirtschaft und natürlich auch die Kultivierung unseres Kulturraumes. Der Selbstversorgungsgrad hierzulande liegt bei Gemüse allerdings nur bei 37 Prozent, bei Obst sogar nur bei 22 Prozent. Dies liegt natürlich auch an uns Verbrauchern, was wir gerne Essen. Bei Obst sind es oft Südfrüchte, die hier natürlich nicht wachsen. Beim Gemüse liegt es daran, dass auch hier unsere Wünsche nicht immer dem entsprechen, was saisonal und regional angebaut wird.

Zusammengenommen kann man sagen, dass es drei Hauptgründe gibt, mehr Obst, Gemüse und Vollkorn zu essen: gesundheitliche Vorteile, ökologische Vorzüge und sozialer Nutzen.

Ich möchte ich euch nun auch eine kleine Liste meiner Hero Foods da lassen, die euch einen klaren Mehrwert für die Gesundheit, den Mensch und die Umwelt bieten:

  • Das volle Korn – geschrotet für Porridge, Frischkornbreie usw.
  • Hülsenfrüchte (Erbsen, Linsen, Bohnen)
  • Nüsse (Haselnüsse!) & Trockenfrüchte (umgeschwefelt) als Snackalternative
  • Grünblättriges Gemüse & Kohlgemüse aus der Saison & der Region 
  • Saaten (Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne usw) & Sprossen
  • Klassische Obstsorten wie Äpfel, Birnen usw. 
  • Öle -> Rapsöl, Leinöl, Olivenöl (wenn tierische Fett, dann aus Weidehaltung)
  • Vollkornvarianten von Brot, Nudeln, Reis und Co. 
  • Fermentierte Lebensmittel (Sauerkraut, Joghurt, Kefir)

Kennt ihr schon die PLANETARY HEALTH DIET – also die gesunde Ernährung für Mensch und Planet?

Die EAT-LAncet-Kommission, einen Zusammenschluss aus Wissenschaftlern und Akteure des nachhaltigen Lebens, hat aus der wissenschaftlichen Literatur einen nachhaltigen Ernährungsplan entwickelt. Eine Art Anleitung für eine menschen- und planetgesunde Ernährung. Here we go:

  • Obst & Gemüse: 500g / Tag
  • Vollkorn: 232g / Tag
  • Milchprodukte: 250g / Tag
  • Hülsenfrüchte: 75g / Tag
  • Kartoffeln: 50g / Tag
  • Nüsse: 50g / Tag
  • Geflügel: 203g / Woche
  • Meeresfrüchte/Fisch: 196g / Woche
  • Rind-/Lamm- oder Schweinefleisch: 98g / Woche

FAZIT: Obst, Gemüse und Vollkornlebensmittel aus unserer Region und der Saison unterstützen unser “Lebenssystem” auf sehr positive Weise, weil sie uns direkt und indirekt mit Funktionsstoffen unsere Lebensqualität unterstützen und unser Gewicht wie auch unser direktes und indirektes Umfeld in Balance halten.

Lasst es euch schmecken – und greift ruhig öfter mal in den Gemüsekorb eurer Region!

Quellen:

https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(18)31788-4/fulltext?utm_campaign=tleat19&utm_source=hub_page

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Warum ist der Selbstversorgungsgrad bei Obst und Gemüse in Deutschland so niedrig? Interview mit Uwe Feiler, Parlamentarischer Staatssekretär im BMEL https://www.heimischelandwirtschaft.de/aktuelles/warum-ist-der-selbstversorgungsgrad-bei-obst-und-gemuese-deutschland-so-niedrig-interview

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